Ein Van unter den Kameras: Sony Alpha 7R IV (digital)

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Bevor die SUV die Strassen einnahmen, war die Fahrzeugkategorie der Vans angesagt. Der Begriff ist vom Wort «Caravan» abgeleitet. Das erste Erfolgsmodell stammte aus den USA, der Chrysler Voyager. Von den europäischen Herstellern ist sicher der Renault Espace am besten im Gedächtnis geblieben. Wir verstehen unter einem Van ein Auto mit viel Stauraum, oft mehr als zwei Sitzreihen und einer hohen Funktionalität. Eines, das verbindet man aber nicht mit einem Van: Emotionen. Und so ergeht es mir auch mit den Kameras von Sony.

Der Anfang mit Sony

In den letzten 10 Jahren hatte ich mehrere Kameras von Sony. Es fing an mit einer Sony Alpha a5000, und mit ihr begann auch mein wieder erwachtes Interesse an der Fotografie. Der Kauf war damals absolut von der Vernunft geleitet. Ich wollte eine möglichst kompakte Kamera mit der Möglichkeit, Objektive zu wechseln. Falls ich mich nicht irre, war Sony damals der einzige Hersteller, der Kameras ohne Spiegel verkaufte, also eine «Systemkamera» und die grosse Auswahl heute beweist, dass Sony ganz klar recht hatte. Alle anderen Hersteller hatten noch Spiegelreflexkameras, und somit deutlich mehr Platzbedarf in den Kameragehäusen. Die a5000 hatte ich allerdings nicht lange im Gebrauch, denn relativ rasch vermisste ich einen Sucher. Deshalb kam eine a6000 ins Haus, die dann auch viel häufiger und länger im Einsatz war.

Von APS-C zu Vollformat

Irgendwann erwischt sie jeden: die Frage nach der Sensorgrösse. Und damit fängt das Ringen an zwischen dem Portemonnaie, den Stimmen, die sagen, dass die Objektive nur viel schwerer sind aber die Fotos dadurch nicht besser, und dieser Idee, dass das Freistellen und der Einsatz von Objektiven mit Maximalblende mit einer 1 Punkt irgendwas mit Professionalität und Ausdruckskraft zu tun hätte. Und wäre es nicht toll, bei Fast-Dunkelheit in den Schluchten einer Grossstadt zu fotografieren, natürlich ohne Sensorrauschen, weil die Pixel ja so unglaublich viel grösser sind als bei einer APS-C Kamera? 

Zwischendurch etwas Ironie

Also kommt der logische Schritt zum grösseren Sensor, dem ikonischen Vollformat. Wahrscheinlich hat man diese sprachliche Übertreibung aus dem englischen «Fullframe» abgeleitet, denn zu Analogzeiten redete man noch vom Kleinbild-Format. Ganz unlogisch bezeichnet man die nächstgrössere Sensorfamilie «Mittelformat», was aber eigentlich kleiner tönt als Vollformat. Nun ja, Sprache ist nicht immer logisch, und wenn sie die Verkaufszahlen antreiben soll, sowieso nicht. 

Mehr Pixel müssen her

Es musste dann also eine Sony Alpha 7 sein, und kurz vor Weihnachten 2019 flatterte dann die Mark III ins Haus, und in kurzen Abständen die passenden Objektive, darunter auch ein Makroobjektiv. Für vier Jahre war dies nun meine Hauptkamera. Ich habe sie dann vor einer Fotoreise eingetauscht für eine gebrauchte Alpha 7R IV. Hauptgrund für diesen Wechsel war die grössere Auflösung der Mark IV, nämlich rund 60 Megapixel statt 24 Megapixel der Mark III.

Haptik und Bedienung

Eigentlich gibt es in diesen Bereichen nichts zu meckern. Die Kamera liegt gut in der Hand, die Bedienelemente sind am richtigen Ort und es gibt zahlreiche Tasten, die man programmieren kann. Was den Sucher angeht, so gibt es mittlerweile bessere, aber das ist Jammern auf hohem Niveau. 

Weniger toll ist die Menu-Führung. Sony hat sich da bis auf die letzte Version (Mark V) immer schwer getan und ich muss immer wieder überlegen, wo ich was finde. 

Im polyvalenten Einsatz

Wie ein Van, so ist die Sony bei mir das «Workhorse» unter den Kameras. Sie kommt zum Einsatz bei Portraits in der Firma, bei Makroaufnahmen draussen und beim Ablichten von Negativen. So kommt es auch, dass das knackscharfe 90mm/2.8 Macro G OSS das am meisten genutzte Objektiv in meiner Sammlung ist.

Meine weiteren Objektivempfehlungen sind:

  • Zeiss 50mm/2.0 Loxia
  • Tamron 35-150mm /2.0-2.8 Di III VXD Sony FE