Die hier vorgestellte Kamera kam 1982 auf den Markt. Im gleichen Jahr wurde die erste Episode von „Knight Rider“ ausgestrahlt. Was das miteinander zu tun hat? Dazu komme ich später.
Die Firma Mamiya wurde 1940 in Japan durch Seichi Mamiya gegründet und ist eher bekannt für Mittelformatkameras für Profis und ambitionierte Hobbyfotografen. Trotzdem hat die Firma auch Kameras für das Kleinbild produziert, sowohl Sucherkameras als auch Spiegelreflex.




Wo steht nun die ZM Quartz in dieser Geschichte? Sie war die letzte 35-mm-Spiegelreflexkamera, die Mamiya herstellte, und die vierte Version der Z-Linie, die als erste eine elektronische Verbindung von Objektiv zum Gehäuse hatte. Die ZM ist eine Kamera mit manuellem Fokus, die zusätzlich zur manuellen Messung einen Blendenprioritätsmodus bietet. Die Belichtungskorrektur beträgt +2 bis -2 in Schritten von einer Stufe und es gibt auch eine AEL-Funktion (Belichtungswertspeicher) und einen eingebauten Selbstauslöser.
Was die Verschlusszeiten betrifft, so lag die kürzeste bei 1/1000 Sekunde. In Abhängigkeit zur gewählten Blende bietet die Kamera die AE-Funktion (Auto Exposure). Das bedeutet, dass sie aufgrund der gemessenen Belichtung die Verschlusszeit automatisch wählen kann, falls man das wünscht.
Und hier kommt nun der Sound ins Spiel, denn falls keine korrekte Belichtung möglich ist – das heisst, falls eine Über- oder Unterbelichtung erfolgen würde -, warnt die Kamera mit einem „Beep“ und der Anzeige im Sucher. In der Bedienungsanleitung nennen sie den „Beep“ einen „Buzzer.“
Haptik und Bedienung
Die Kamera hat ein Metallgehäuse und ist recht kompakt gebaut. Mit 480 Gramm zählt sie eindeutig zu den Leichtgewichten in dieser Klasse. Einige Anbauteile sind aus Plastik, was auch für die Objektive gilt. Beides war damals ‚en vogue‘ respektive modern.
Mit dieser Kamera habe ich zum ersten Mal mit einem motorisierten Filmtransport gearbeitet. Ich fand das zunächst eine Spielerei und nur unnötiges Gewicht im Rucksack. In der Praxis stellt sich aber ein anderes Gefühl ein. Ich hatte extrem Lust, mehr Bilder zu schiessen. Dass die Kamera gleich wieder bereit ist für das nächste Bild, animiert irgendwie dazu.
Die Handhabung ist problemlos, obwohl der Handgriff eher schmal und nicht wirklich anatomisch ist. Das Einzige, das mich wirklich stört, ist der sehr leichtgängige Ein-Aus-Schalter, den ich öfters mal unabsichtlich betätigte.
Zurück zu K.I.T.T. und dem Knight Rider: Als ich mit der Kamera unterwegs war, kam mir diese Fernsehserie in den Sinn. Die Anzeigen im Sucher, die roten LED’s und das Gepiepse erinnerten mich einfach an dieses Auto. Da wusste ich noch nichts über die zeitliche Gleichzeitigkeit.
Kameras, wie andere Geräte auch, bringen immer etwas von der Zeit, aus der sie stammen, mit.
Die Bilder
Ich war mit der Mamiya Ende Januar 2022 in Zürich unterwegs. Die Sonne schien und besonders am See genossen die Menschen das Wetter.









