Sigma dp1 Quattro (digital)

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Bislang wurden auf dieser Seite nur analoge Kameras vorgestellt. Zum Jahresende soll es nun eine digitale sein, die ins Scheinwerferlicht tritt. Und dann erst noch eine, sagen wir mal, etwas eigenartige Kamera…

Die Kamera

Die Rede ist von der Sigma dp1 Quattro, hergestellt von der Firma Sigma, die Fotografinnen und Fotografen eher für ihre Objektive bekannt ist. Sigma bringt ab und an auch Kameras auf den Markt, die aber regelmässig ein Nischendasein fristen. Das war bei der 2014 vorgestellten Kamera nicht anders. Woran das lag? Nun, dazu trugen wohl folgende Faktoren bei:

  • Die Kamera ist langsam
  • Der Akku hält nicht lange
  • Das Design ist gewöhnungsbedürftig
  • Die Bildbearbeitungssoftware ist ebenfalls langsam, ausserdem können die meisten Programme die Dateien der Kamera nicht lesen
  • Sensorrauschen beginnt schon bei ISO 800
  • Es hat keinen Sucher

Trotzdem hat die Kamera etwas sehr Interessantes an sich, nämlich einen speziellen Sensor, dessen Eigenschaften aus meiner Sicht die Negativpunkte aufwiegen.

Der Sensor

Ich habe die Kamera erworben, weil ihr Sensor ähnlich aufgebaut ist wie Film und somit völlig anders als der Mainstream im Kameramarkt. Klassischer Farbfilm besteht ja aus mehreren Schichten. Wen die technischen Eigenschaften des Foveon-X3-Sensors interessieren, dem empfehle ich den Wikipedia-Betrag „Foveon X3“.

Die Bedienung

Die Sigma ist eine „erratische“ Kamera. Was ich damit meine, illustrieren diese Bilder:

Der Handgriff (links im Bild) ist nun wirklich nicht ergonomisch, aber man kann sich daran gewöhnen. Die Kamera besitzt zwei Einstellräder, der Auslöser ist im vorderen Einstellrad zu finden. Daneben ist der Knopf für die Modi und der Ein-/Ausknopf. Mit dem hinteren Einstellrad verändert man die Belichtung.

Das festverbaute Objektiv hat eine Brennweite von 19mm. Da die Kamera einen APS-C grossen Sensor hat, entspricht dies ungefähr 28mm an Vollformat. 

Auf dem nächsten Bild sind die ungewöhnlichen Masse sichtbar; die Kamera ist ungefähr 17cm breit und nur 6cm hoch, sie wiegt 440 Gramm.

Der Fokus-Knopf hat mehrere Funktionen; man kann damit von Autofokus auf manuellen Fokus umstellen oder einen von 9 Autofokuspunkten auswählen. 

Das Menu der Sigma ist sehr übersichtlich, man findet sich rasch zurecht.

Im Einsatz

Der Einsatzbereich der Sigma dp1 Quattro ist begrenzt. In der Dämmerung wird es rasch schwierig, rauschfreie Bilder zu erhalten, ausser man arbeitet mit Stativ. Ich verwende die Kamera bislang für Strassenfotografie. Hier hilft der sehr leise Verschluss. Dass die Kamera eher träge ist, das ist ab und zu aber schon ein Nachteil.

Obwohl der Sigma-Raw-Konverter PhotoPro6 auch auf einem schnellen Rechner langsam ist, bearbeite ich die Bilder damit, die ich dann im TIFF-Format exportiere und in Capture One importieren kann. Croppen und Ausrichten erfolgt dann in C1.

Die Bilder

Was der Sensor der Sigma wirklich exzellent macht, sind die Farben und die Kontraste. Ich kenne mittlerweile vier verschiedene Digitalkamerahersteller, und Sigma gehört für mich auf Platz 1, zusammen mit einer Marke, die um Einiges teurer ist. Leider geht beim Upload auf die Webseite einiges an Qualität verloren.

Hier ein paar Beispiele, die meisten aufgenommen in Zürich: