Die Schreibgeräte der Firma Lamy werden in Heidelberg hergestellt. Da passt es doch wunderbar, die Stadt mit einer PEN (auf Deutsch: Feder, Kugelschreiber) zu erkunden.
Die PEN S
Der Name bezieht sich tatsächlich auf das Schreibgerät. Genau so alltäglich wie es früher war, einen Kugelschreiber bei sich zu haben, so normal sollte es sein, eine Kamera bei sich zu tragen. Mit gerade mal 360 Gramm war das sicher gut möglich.
Es gibt mehrere Varianten von Kameras mit dem Namen PEN. Die originale Pen wurde 1959 auf den Markt gebracht. Sie hatte ein 28mm f/3.5 Objektiv und Verschlusszeiten von 1/25, 1/50, 1/100 und 1/200 sowie Bulb.
Meine Kamera ist eine PEN S, die sich in den Verschlusszeiten von der PEN unterscheidet (von 1/8 bis 1/250). Ausserdem hat sie ein 35 mm Objektiv mit f/2.8-Blende.
Blende, Verschlusszeiten und Entfernung, alles wird direkt am Objektiv eingestellt.
Der Ingenieur Yoshihisa Maitani war verantwortlich für das Design der Kamera. Auch bei den Spiegelreflexkameras der OM-Serie setzte er die Verschlusszeiten am Objektiv um. So konnten die Kameras im Vergleich zur Konkurrenz klein gebaut werden.

Zeiten direkt am Objektiv
Die PEN wird mit Kleinbildfilm geladen. Da das Aufnahmeformat aber halb so gross ist wie üblich, kann man mit einem Film 72 statt 36 Bilder schiessen.

Halbformat im Hochformat, Filmtransportrad und Sucher
Die Kamera hat weder einen Messsucher noch einen Belichtungsmesser. Ich hatte vorher eine PEN EE, die einen Selen-Belichtungsmesser hat. Leider war dieser defekt und ich entschied mich deshalb für ein Modell ohne Belichtungsmesser.
Bedienung und Haptik
Ist alles manuell an einer Kamera einzustellen und man ist neu mit ihr unterwegs, so ist man in der Regel nicht schnell damit zugange. So erging es mir auch mit der PEN. Es war ein entschleunigendes Fotografieren. Ich habe deshalb eher Fotos von Häusern und Details gemacht als von Menschen. Ich verwendete einen Voigtländer VC Meter II Belichtungsmesser, der sehr schön zur Kamera passt. Bevor ich jeweils die Messung durchführte, habe ich den korrekten Blendenwert geschätzt. So lernt man mit der Zeit ein wenig, das Licht besser lesen zu können.
Insgesamt macht es Spass, mit der Olympus unterwegs zu sein. Obwohl sie klein ist, liegt sie gut in der Hand. Ich würde auf jeden Fall eine Handschlaufe empfehlen. Einziger wenn auch kleiner Kritikpunkt ist der Auslöser. Er sieht zwar wie die ganze Kamera chic aus, aber einen klaren Druckpunkt hat er nicht.

Rechts der Auslöser
Die Bilder
Durch das Halbformat und die Tatsache, dass man für Querformat die Kamera Hochkant drehen muss, habe ich tendenziell mehr Fotos im Hochformat gemacht.
Eingelegt war ein Kentmere PAN 100 Film.











