Es gab mal einen Werbeslogan für ein smartes Wägelchen, der lautete: „Reduce to the max“.
Eine ähnliche Aussage findet sich auch im Namen der hier vorgestellten Leica: „Minilux“ steht für Klein und Luxuriös, oder steht Lux für Licht? Man weiss es nicht.
Die Kamera
Die Minilux gehört zur Gruppe der Edelkompaktkameras, die in der Spätphase der analogen Fotografie zum Beispiel auch von Contax oder Nikon angeboten wurde. Die Leica wurde von 1995 bis 2006 produziert, und zwar in Japan, also nicht von Leica selbst. Leica liefert aber das lichtstarke 40mm Summarit mit Offenblende 2,4. Diese Brennweite bildete einen Kompromiss zwischen den Standards 50mm und 35mm. Es gab auch noch eine Minilux mit Zoomobjektiv von 35-70mm und Offenblende 3,5 bis 6,5.
Mit 330 Gramm und einem Volumen das ziemlich genau einem „Ankemödeli“ entspricht passte die Kamera sowohl in die Handtasche der Dame als auch in die Jackentasche des Herrn.
Insgesamt ist das Styling der Kamera minimalistisch, was sich vor allem auf der Rückseite zeigt.



Die Bedienelemente
Mit der Minilux trägt man nicht nur eine Point and Shoot Kamera mit sich herum, bei welcher Verschlusszeit und Blende automatisch eingestellt wird. Nein, sie erlaubt auch manuelle Eingriffe zur Bildgestaltung. So kann man die Blende als auch die Fokusdistanz vorwählen.
Beides geschieht mit den beiden Einstellrädern auf der rechten Seite. Das äussere Rad definiert die Blende, das innere Rad die Entfernung. Stellt man das äussere Rad auf „P“ und das innere auf „AF“, so wird die Blende automatisch der Lichtsituation angepasst und der Fokus wird beim halben Herunterdrücken des Auslösers (der schwarze Knopf über der LCD-Anzeige) eingestellt. Es gibt lediglich ein Autofokus-Feld in der Mitte des Bildes.
Ein- und ausgeschaltet wird die Kamera mit dem äusseren Einstellrad.
Weiters gibt es auf der linken Schulter drei Knöpfe für Timer, Belichtungskorrektur (EV) und den Blitzmodus (Mode). Knöpfe für das Vor- oder Zurückspulen des Films fehlen, dies erfolgt motorunterstützt, luxuriös eben…
Die Handhabung
Wie bereits angetönt: die Kamera ist sehr leicht in der Bedienung, sofern man dies will. Das fängt schon beim Einlegen des Films an, das keine Probleme macht. DX-codierte Filme werden erkannt und der ISO-Wert wird entsprechend eingestellt.
Die Kamera liegt gut in der Hand, ist aber nicht sehr ergonomisch. Gegen mögliche Schadenfälle empfiehlt sich deshalb eine Handschlaufe.
Der Autofokus und die Belichtungsmessung funktionieren zuverlässig.
Gibt es auch Negativpunkte zu nennen? Ja, die gibt es, und zwar folgende:
- Der Sucher ist sehr klein, mit einer Brille ist es schwierig, den Rand zu sehen.
- Es ist nicht möglich, bei nicht codierten Filmen den ISO-Wert manuell einzustellen. Da muss man die Belichtungsmessung via Belichtungskorrektur austricksen.
- Der Blitz ist beim Einschalten immer aktiviert. Wenn man so wie ich fast nie mit Blitz arbeitet, muss man mehrmals den Knopf betätigen.
Gedanken zum Gebrauchtkauf
Eine Leica Minilux ist nicht günstig. Die Preise beginnen ca. bei Fr. 600.– für funktionierende Modelle. Ich habe auch schon Angebote mit vierstelligen Beträgen gesehen. Was den Kaufentscheid zusätzlich erschwert, ist die Tatsache, dass diese Kameras von Leica nicht mehr repariert werden, da die Teile fehlen, und dass unabhängige Werkstätten ebenfalls die Hände davonlassen. Es ist generell viel einfacher, rein mechanische Kameras reparieren zu lassen. Sobald Elektronik verbaut ist, kann es gut sein, dass man am Schluss einen teuren Briefbeschwerer sein Eigen nennt. Die Minilux ist zudem bekannt für einen Defekt, der durch das wiederholte Ein- und Ausfahren des Objektivs entsteht. Anscheinend wird dabei mit der Zeit eine elektronische Verbindung in Mitleidenschaft gezogen.
Will man trotzdem eine Minilux kaufen, so empfehle ich die Version mit der Festbrennweite. Das Zoom ist lichtschwach, der Zoombereich ist eher schmal und die Funktion ist eine zusätzliche Fehlerquelle.
Einige Bilder aus Wien

















