Ich dachte immer, dieser Titel sei ein Marketinggag von Zürich Tourismus gewesen. Tatsächlich ist es aber der Titel eines Dokumentarfilms, der Zürich im Herbst 2003 zeigt.
Ich war die letzte Zeit beruflich ab und an in der grössten Schweizer Stadt, und was liegt da näher, als die Kamera mitzunehmen und nach Feierabend ein wenig die Stadt zu erkunden.
„Street Photography“ nennt sich dieses Genre im Allgemeinen, und es gehört sicher zu den beliebteren Spielarten der Fotografie.
Städte bieten immer wieder interessante Sujets, sei es durch Zufälligkeiten, durch Spiegelungen, durch die Kombination von Gebäuden mit den Bewegungen der Menschen. Manchmal sind die Strukturen von Bedeutung, dann wieder die Farbnuancen. Klassischerweise wird oft schwarz-weiss fotografiert, weil oft Farben nicht viel zum Bild beitragen, oder der Farbmix dem Auge nicht gefällt. Mir persönlich gefällt beides, und bei den digitalen Bildern entscheide ich beim Bearbeiten, ob ein Bild die Farben behält oder nicht.
Die folgenden Bilder sind an zwei Abenden entstanden. Auf so einem „Fotowalk“ versuche ich immer, möglichst ohne Vor-Urteile unterwegs zu sein und mich darauf einzulassen, was sich zeigt. Am ersten Abend landete ich in der Bahnhofstrasse. Zuerst dachte ich, das sei langweilig und steril dort. Bis mir auffiel, dass die vorbeihuschenden Menschen vor der Glitzerwelt in den Schaufenstern fast verschwinden. Kapitalismuskritik? Vielleicht.
Beim Fotografieren im öffentlichen Raum stelle ich mir oft die Frage, ob ich das Foto machen „darf“. In der Schweiz ist es ja erlaubt, so zu fotografieren. Sobald man aber die Fotos veröffentlichen will, müsste man eigentlich das Einverständnis der darauf erkennbaren Personen haben. Ich habe auch schon Reaktionen erlebt von Passanten, die sich gestört fühlten von meiner Kamera. Interessanterweise gilt das nicht für Handys, mit denen wohl viel häufiger Fotos oder sogar Videos von Fremden gemacht werden. Werde ich angesprochen, so lösche ich halt das besagte Bild, fotografiere ich analog, müsste ich den Film vernichten, was ich natürlich nicht tue.
Nachdem man ein Foto mit Personen gemacht hat, sollte man keinen Augenkontakt aufnehmen, sondern einfach weiterziehen. Ein weiterer Trick ist, Menschen nur von hinten oder nur im Profil aufzunehmen, so sind sie weniger oder gar nicht erkennbar und man bewegt sich garantiert auf sicherem Boden.
Was ich nicht fotografiere, sind Kinder. Die Gefahr, als Mann in ein schräges Licht zu geraten, ist da. Zweitens würden sich Kinder, im Gegensatz zu Erwachsenen, nicht gegen ein Foto wehren. Es reicht ja auch, wenn Kinder unfreiwillig auf Instagram et all landen.
Nun denn, hier also Zürich im Februar 2023.
Kamera: Sony Alpha 7r IV
Objektive: Zeiss Loxia 50mm f2.0 und KMZ 85mm f1.4 Zenitar 1C (Helios 40-2), eine Linse aus der UdSSR (vor Putin!)














