Aus dem Vollen gefräst: Minolta A-2 (analog)

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Es gibt Kameras, die nimmt man in die Hand, und denkt sich: „ist das nun ein technisches Gerät oder kann man es auch als Wurfgeschoss verwenden“? Genau das trifft auf die Minolta A-2 zu.

Ein wenig Geschichte

Der Firmengründer Kazuo Tashima eröffnete 1928 in Osaka ein „japanisch-deutsches Kamerageschäft“. Der spätere Markenname „Minolta“ steht für „Mechanismus, Instrumente, Optik und Linsen von Tashima“. Offensichtlich orientierte man sich stark an der deutschen Industrie. So ist es auch keine Überraschung, dass die allerersten Kameras Kopien von Leica-Modellen waren.

Die erste wirklich selber entwickelte Kamera war die Minolta A aus dem Jahre 1955. Die A-2 wurde im gleichen Jahr auf den Markt gebracht. Der Hauptunterschied zur A war die kürzere Verschlusszeit; 1/400 statt 1/300 Sekunde.

Kamerafeatures und -bedienung

Die Minolta hat ein fest eingebautes 45mm-Objektiv mit Offenblende f3.5. Die Entfernungseinstellung erfolgt bequem über die geriffelte Fingerauflage am Objektiv, wobei die Verstellung von 0.8 Meter bis Unendlich nur rund 120 Grad Drehung ausmacht.

Der Sucher ist für eine so alte Kamera recht gross, der Bildrahmen ist gut sichtbar. Das mit der Entfernungsmessung gekoppelte eingespiegelte Bild ist hingegen nicht sehr hell. Je nach Lichtsituation ist es, vor allem bei Sujets mit wenig Kontrast, schwierig, scharf zu stellen. In diesen Situationen schätzt man halt die Distanz und bedient sich der Schärfentiefenskala am Gehäuse für die gewählte Blende.

Der kleine Hebel links unterhalb des Objektivs ist der Selbstauslöser.

Die Rückseite ist sehr schlicht gehalten. Die Sucherfassung ist wie fast alles an dieser Kamera aus Metall, also Vorsicht mit der Brille.

Interessanter ist die Oberseite der Kamera. Hier sieht man:

  • Filmrückspulknopf
  • Blitzschuh
  • Anzeige der Bildebene (rot)
  • Zeitenrad: B, 1, 1/2, 1/5, 1/10, 1/25, 1/50, 1/100, 1/200, 1/400
  • Auslöseknopf mit Standardgewinde für einen Kabelauslöser
  • Filmtransport- und Aufzugshebel

Der Filmtransport- und Aufzugshebel wirkt etwas grobschlächtig, ist aber dennoch gut zu betätigen. Unter dem sehr stylischen Schriftzug verbirgt sich die Feinjustierung des Messsuchers.

Die Kamera ist alles andere als filigran. Dies ist der Konstruktion des Zentralverschlusses geschuldet. Dieser ist nämlich nicht, wie man das von den meisten Objektiven her kennt, im Objektiv, sondern hinter dem Objektiv verbaut.

Die Kamera hat keinen Belichtungsmesser. Minolta hat als Zubehör einen angeboten, der im Blitzschuh eingesteckt wurde. Der Selen-Messer war dann mit dem Zeitenrad gekoppelt. Durch das korrekte Einstellen der Belichtung wurde das Zeitenrad gleich mit eingestellt.

An der Unterseite befinden sich die Stativaufnahme, der Knopf für das Rückspulen des Films  sowie der Bildzähler. Dieser muss jeweils von Hand auf Null gestellt werden.

​Das Fotografieren mit der A-2

Die Haptik ist aufgrund der rundlichen Form, die irgendwie an eine Seife erinnert, zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Mit 620 Gramm ist die Kamera kein Leichtgewicht. Was die Bedienung betrifft, ist sie als Point and Shoot gut einsetzbar. Der Zentralverschluss ist sehr leise.

Ich war mit der Kamera Anfang des Jahres in Bern und Zürich unterwegs. Das Objektiv ist etwas anfällig auf Gegenlicht, was an der fehlenden Streulichtblende liegt. Ansonsten finde ich die Bildqualität ansprechend.