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Miranda Sensorex EE-2 (analog)

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Die Firma

Miranda, ein Frauenname als Bezeichnung für eine Kamerafirma? Wem kommt denn sowas in den Sinn! In diesem Fall waren es die Japaner. So abwegig ist das ja nicht, siehe das Beispiel «Mercedes».

Die Firma wurde 1955 unter dem Namen Orion gegründet und wurde 1957 in Miranda umbenannt. Es handelte sich um einen kleineren Hersteller, der zunächst gut mit der Konkurrenz mithalten konnte und hochwertige Spiegelreflexkameras für das Kleinbildformat herstellte. Als dann die rein mechanische Ära endete und zunehmend Elektronik verbaut wurde, ging es bergab. Und so landete die Firma Ende 1976 in der Insolvenz, nach nur 21 Jahren auf dem Markt.

Die Kamera

Das Modell Sensorex EE-2 wurde im letzten Jahr der Firmentätigkeit (1976) vorgestellt. EE steht für «Electric Eye» und bezieht sich auf die Belichtungsmessung (auch andere Kamerahersteller verwendeten den Begriff «EE»). Die Messung erfolgt durch das Objektiv, die Lichtzelle liegt unter dem halbtransparenten Spiegel. Die «2» bezieht sich vermutlich auf die Tatsache, dass sowohl Durchschnittsmessung als auch Spotmessung möglich sind.

Mit der Lichtmessung kann der Blendenwert automatisch gesteuert werden, falls man das will. Der so ermittelte Wert wird auf der rechten Seite mit einer Nadel im Sucher angezeigt. Vor Über- und Unterbelichtung wird man ebenfalls gewarnt. Man kann die Blende natürlich auch manuell einstellen. 

Ein weiteres interessantes Feature ist das auswechselbare Pentaprisma, das man beispielsweise durch einen Lichtschachtsucher ersetzen kann. Toll dabei ist, dass die Belichtungsmessung dann immer noch funktioniert.

Die Objektive

Miranda hat selber keine Objektive hergestellt, sie trotzdem mit «Miranda» beschriftet. Verwendet wird ein eigenes Bajonett. Für diese Kamera benötigt man Objektive mit dem Vermerk «Auto Miranda E» darauf.

Die Sache mit den Batterien

Für die Belichtungsmessung benötigt die Kamera eine Batterie. Früher wurden in vielen Kameramodellen Quecksilberbatterien mit 1.35 Volt verwendet. Diese hatten den Vorteil, dass sie über eine lange Zeit eine gleichbleibende Leistung abgab. Da Quecksilber nicht sehr umweltfreundlich ist, sind diese Batterien nicht mehr erhältlich Es gibt verschiedene Lösungen für dieses Problem:

  1. Man rüstet die Kamera auf 1.5 Volt um, so dass handelsübliche Batterien verwendet werden können.
  2. Hörgerätebatterien gibt es mit 1.45 Volt, sie sind aber rasch aufgebraucht und man benötigt oft einen Gummiring darum, da sie kleiner sind als die früheren Batterien.
  3. Man setzt Batterien von WeinCell ein, in dem Fall das Modell MRB625. Dies ist eine 1.35 Volt Zink-Luft Batterie die aktiviert wird, indem der Aufkleber von den Luftlöchern entfernt wird. Sie soll länger halten als normale Hörgerätebatterien.
  4. Man benutzt den Kanto MR-9 Adapter mit einer Batterie Energizer Typ 386. Der Adapter reduziert die Leistung auf die geforderten 1.35 Volt.

Die Lösung mit dem Kanto MR-9 Adapter ist mein Favorit. Man kann diesen direkt bei Kantocamera.com bestellen und bezahlt unter Fr. 30.— inkl. Versand, in der Schweiz erhält man ihn auch, bezahlt aber rund Fr. 40.— (Stand 2023).

Haptik und Bedienung

Die Kamera ist von durchschnittlicher Grösse für eine Spiegelreflexkamera, mit rund 750 Gramm ist der Body ungefähr gleich schwer wie eine Nikon F3. Mit ihrer Metallkonstruktion fühlt sie sich hochwertig an.

In der Bedienung stellen sich nach Lesen der Anleitung eigentlich keine Fragen. Die Wahl zwischen Mitten- und Spotmessung erfolgt über das Drehrad auf der linken Schulter der Kamera. Das Prisma kann man entfernen, indem man den Knopf links des Okulars nach links drückt.

Die Bilder

Die Objektive kreieren ihren eigenen Look, wie ich finde. Für Leute, die alles möglichst scharf mögen, sind sie sicher nicht das Richtige. Die Aufnahmen stammen aus dem Jahr 2021 und wurden an der Sense und in Zürich aufgenommen.