Im parodistischen Science-Fiction Klassiker „Per Anhalter durch die Galaxis“ ist die Zahl 42 die Antwort des Supercomputers auf die Frage nach „dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“, also ziemlich umfassend.
In der Analogfotografie steht M42 für einen herstellerunabhängigen Standard für Schraubobjektive.
Standard? Ja aber…
Das M steht für „metrisch“ und 42 für den Durchmesser in Millimetern. Wenn ich in meiner Sammlung nachschaue, so finde ich Objektive der deutschen Marken Meyer Optik Görlitz, Pentacon, Carl Zeiss (Jena), der japanischen Pentax oder der russischen KMZ. Der Vorteil eines solchen Standards für den Käufer liegt auf der Hand; er kann die gleichen Objektive an verschiedenen Kameramarken verwenden. Irgendwann fanden aber die Kamerahersteller heraus, dass sie mit eigenen (proprietären) Objektivanschlüssen mehr verdienen können. Ausserdem muss man sich nicht mit anderen Herstellern absprechen, wenn es um die Weiterentwicklung geht. Natürlich kann man sich heute mit Adaptern helfen, aber die meisten Föteler kaufen dann doch auch die passenden Objektive zur Kamera.
Zurück zu M42: es handelt sich dabei um klassische Schraubgewindeobjektive, das heisst, es gibt kein Einrasten beim Anbringen an der Kamera. Das kann dazu führen, dass bei älteren Exemplaren ein fester Halt nicht unbedingt mit der Mittelstellung der Beschriftungen einher geht. De facto macht das aber keine Probleme beim Fotografieren.
Eine Einschränkung ist mir bekannt. Ältere Objektive von Carl Zeiss Jena vertragen sich nicht mit späteren Spiegelreflexkameras, weil das Objektiv zu weit in den Kamerakörper hineinragt und dadurch der Spiegelschlag verhindert wird, so geschehen bei meiner Pentax. Man muss in diesem Fall zu älteren Kameras greifen, zum Beispiel zu einer Pentacon F.
Pentax Spotmatic



Die Spotmatic-Kamerafamilie des japanischen Herstellers Asahi Optical Co. Ltd. verwendet auch M42-Objektive und war vor allem zu Beginn ein grosser Erfolg. Nach Markteinführung im Jahr 1964 wurden in zwei Jahren 2 Millionen Stück abgesetzt. Die letzte Version, die Spotmatic F erschien 1973, und erst zwei Jahre später löste man sich bei Pentax vom M42-Schraubgewinde.
Die Spotmatic war die erste in grossen Mengen verkaufte Spiegelreflexkamera, bei welcher die Belichtungsmessung durch das Objektiv erfolgte. Im Fachjargon wird dafür die Abkürzung TTL (through the Lens) verwendet.
Bedienung, Haptik und Sound
Die Spotmatic ist eine unkomplizierte Kamera und bietet keine Überraschungen, was die Bedienung angeht. Wie im obigen Bild zu sehen, kombiniert das Zeitenrad (neben dem Filmtransporthebel) die Verschlusszeiten und die ISO-Wahl. Am Objektiv wird die Blende eingestellt. Die Kamera benötigt nur für die Belichtungsmessung eine Batterie, alles andere funktioniert mechanisch.
Zur Belichtungsmessung drückt man die mit „SW“ bezeichnete Taste nach oben, wodurch eine feine Nadel im Sucher anzeigt, ob man im korrekten Bereich ist oder über- oder unterbelichtet. Entsprechend kann man dann die Verschlusszeit oder die Blende verstellen, je nachdem, ob man die Zeiten- oder die Blende priorisiert.
Die Kamera ist recht kompakt und mit 630 Gramm ohne Objektiv auch nicht allzu schwer. Sie liegt sehr gut in der Hand wie ich finde. Der Sucher ist auch für Brillenträger einigermassen geeignet, es lässt sich aber keine Dioptrieneinstellung vornehmen.
Der Verschluss macht ein schönes „Klack“, nicht zu laut aber auch nicht allzu leise. Der Spiegel geht sofort in die Ausgangsposition zurück, man muss also nicht zuerst den Film transportieren.
Was mir an meinem schwarzen Exemplar besonders gefällt ist die Patina. Dafür kann man natürlich auch eine viel teurere Leica* kaufen 😉
Tipps für den Kauf
Da so viele Exemplare verkauft wurden, ist es nicht schwierig, Angebote zu finden. Wer auf einen funktionierenden Belichtungsmesser Wert legt, muss aber genauer hinschauen. Bei vielen Kameras auf dem Markt ist der nämlich hinüber.
Die ursprünglich verwendeten Quecksilberbatterien mit 1.35 Volt sind nicht mehr erhältlich. Anscheinend, und das kann ich bestätigen, ist die Belichtungsmessung auch mit Batterien mit höherer Voltzahl korrekt. So verwende ich eine 1.55V Varta V394/SR45.
*PS: Ich habe nichts gegen Leica.