Interessiert man sich für die analoge Fotografie, so wird man um diese Kamera nicht herumkommen: die Leica M3




Das hat aus meiner Sicht mehrere Gründe:
- Die M3 begründete eine sehr erfolgreiche und bis heute fortgeführte Kamerareihe
- Mit ihrer Einführung im Jahre 1954 wurden die technisch in die Jahre gekommenen Schraubleicas abgelöst, Leica war wieder auf der Höhe der Zeit.
- Vor dem Siegeszug der Spiegelreflexkameras war sie die klassische Dokumentarkamera: unauffällig, leise und mit einer Auswahl an lichtstarken und kleinen Objektiven war man für alle Situationen gerüstet
- Robuste und voll mechanische Technik, die bis heute gewartet werden kann
- Last but not least: sie ist schön, oder?
Mein Exemplar hat Jahrgang 1965 und ist hier abgebildet mit einem 50 mm Elmar f2.8 Objektiv mit zufälligerweise gleichem Alter. Das Geniale an diesem Objektiv ist die Tatsache, dass es einfahrbar ist wie die alten Elmars an den Schraubleicas. Hier der Beweis:

Einige technische Highlights*
- Geschlossenes Ganzmetallgehäuse mit aufklappbarer Rückwand
- Messsucher mit selbsttätig einspiegelnder Bildfeldbegrenzung für 50, 90 und 135mm Brennweite und breiter Sucherbasis für genaues Fokussieren
- Automatischer Paralaxenausgleich
- Suchervergrösserung: 0,9 fach, entspricht somit fast dem natürlichen Sichtfeld
- Verschlusszeiten von 1 Sekunde bis 1/1000 Sekunde
- Selbstauslöser
- Filmtransport mit einem Hebelschwung (Single Stroke) bei den späteren Modellen
* Quelle: Osterloh Günter, Leica M, 4. Auflage 1996
Die Bedienung
Das Filmladen ähnelt noch stark den Schraubleicas, wobei man bei der M3 zusätzlich die Rückseite hochklappen kann, falls der Film sich irgendwie verhakt hat. Aber grundsätzlich sollte man den Film zur Gänze von unten einfädeln. Wie der Film zu liegen kommt, wird anschaulich illustriert an der Unterseite:

Entfernung, Blende, Verschlusszeit, alles gilt es manuell einzustellen:
Blende und Entfernung wird am Objektiv eingestellt, die Verschlusszeit am Rad neben dem Blitzschuh.

Ganz rechts sieht man den sehr schön gestalteten Bildzähler, der bis 40 geht. Es ist tatsächlich so, dass man mit dieser Kamera mehr als 36 Bilder machen kann. Anscheinend geht die Kamera sehr sparsam mit dem Filmanfang um.
Ist der Film voll, so muss man den kleinen Hebel auf der Vorderseite auf „R“ stellen. Mit dem herausziehbaren Rückspulknopf ganz links kann man dann den Film in die Kapsel zurückspulen.
Belichtungsmessung
Die Kamera braucht keine Batterie, was darauf hinweist, dass ein externer Belichtungsmesser verwendet werden muss. Ich habe die Kamera zusammen mit einem sehr schön passenden Beli gekauft (Danke, Patrik!), einem Voigtländer VC Meter II:

Das Erlebnis
Eigentlich weiss ich nicht so recht, woran es liegt, dass die Handhabung dieser Kamera ein spezielles Erlebnis ist. Ist es, weil man um den Kultcharakter der M3 weiss, oder liegt es tatsächlich an „Look and Feel“? Jedenfalls macht es grossen Spass, die Kamera in die Hand zu nehmen und durch den Sucher zu schauen. Die Geräusche beim Bildtransport und Auslösen sind dezent und gleichzeitig „präzise“, was ein komisches Adjektiv ist für Töne.
Aber vielleicht sind dies genau die richtigen Worte, um die M3 in Kombination mit den Objektiven zu beschreiben: dezent und präzise.
Spitze, wobei?
Im Titel steht das Wort „Spitzenreiterin“ und hier nun die Auflösung. In meiner kurzen analogen Fotophase habe ich bislang mit der M3 am meisten Filme verbraucht. Anfragen, ob ich sie verkaufen möchte, sind deshalb definitiv vergebens.
Die Bilder
Ich war im Juli mit der Leica im nahen Ausland unterwegs. Die Bilder dazu folgen in den nächsten Posts.